CARF 2026 – Was Krypto-Investoren über den globalen Datenaustausch wissen müssen
Während DAC8 den EU-Rahmen setzt, geht CARF einen Schritt weiter: Das Crypto-Asset Reporting Framework der OECD etabliert einen globalen Standard für den automatischen Austausch von Krypto-Daten zwischen Steuerbehörden weltweit. Was das für deutsche Anleger mit internationalen Konten bedeutet.
Was ist CARF?
CARF steht für Crypto-Asset Reporting Framework – ein von der OECD entwickelter internationaler Standard für den automatischen Informationsaustausch über Krypto-Assets zwischen Steuerbehörden. CARF ist das Krypto-Äquivalent zum bestehenden CRS (Common Reporting Standard), der seit 2017 Bankdaten grenzüberschreitend austauscht.
Die OECD veröffentlichte CARF im Oktober 2022. Seitdem haben sich über 50 Länder verpflichtet, CARF bis 2027 umzusetzen – darunter alle G20-Staaten, die EU (via DAC8), USA, UK, Kanada, Australien und Japan.
CARF vs. DAC8 – was ist der Unterschied?
- DAC8: EU-Richtlinie, gilt für EU-Mitgliedsstaaten, Basis ist EU-Recht, ab 2026 in Kraft
- CARF: OECD-Standard, global, kein Gesetz – muss von jedem Land einzeln in nationales Recht umgesetzt werden
- Verhältnis: DAC8 implementiert CARF für die EU. Außerhalb der EU gilt CARF in Ländern, die es umgesetzt haben.
Für deutsche Anleger ist DAC8 der unmittelbar relevante Rahmen. CARF ist bedeutsam für internationale Konten – z. B. bei US-Börsen wie Coinbase oder Kraken, wenn diese in CARF-Partnerländern reguliert sind.
Welche Länder nehmen an CARF teil?
Stand 2026 haben sich folgende Länder zur Umsetzung von CARF bis 2027 verpflichtet (Auswahl):
- EU-Staaten (via DAC8): Deutschland, Frankreich, Österreich, Niederlande, alle 27 EU-Länder
- USA: 1099-DA für Broker, CARF-Abstimmung läuft (IRS)
- UK: HMRC-Meldepflichten ab 2026
- Kanada, Australien, Neuseeland: Umsetzung 2026–2027
- Japan, Singapur, Schweiz, Liechtenstein: aktive CARF-Implementierung
- Cayman Islands, BVI: bereits CARF-committed – Offshore-Schlupflöcher werden damit geschlossen
Was bedeutet CARF konkret für dich?
Wenn du Konten bei internationalen Börsen hast – z. B. bei einer US-regulierten Coinbase oder einer UK-regulierten Kraken-Einheit – fließen deine Daten über CARF an das deutsche Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) weiter. Das BZSt leitet diese Informationen an dein zuständiges Finanzamt.
Das bedeutet: Nicht nur EU-Börsen, sondern potenziell alle Konten bei Börsen in CARF-Partnerländern sind für das Finanzamt sichtbar.
Wer ist von CARF ausgenommen?
- Dezentrale Protokolle (DEXs) ohne identifizierbaren Betreiber – aktuell noch ausgenommen
- Self-Custody Wallets (MetaMask, Ledger) – keine Meldepflicht, da kein CASP involviert
- Micro-Transaktionen unter definierten Schwellenwerten (länderspezifisch)
- Börsen in Ländern, die CARF nicht implementiert haben (z. B. manche asiatische Jurisdiktionen)
1099-DA in den USA – wie passt das zu CARF?
Die USA setzen CARF nicht 1:1 um, sondern über ein eigenes System: Das 1099-DA-Formular verpflichtet US-Krypto-Broker ab 2025, realisierte Gewinne an den IRS zu melden. Deutsche Anleger mit US-Börsenkonten müssen davon ausgehen, dass diese Daten perspektivisch über das US-D-Doppelbesteuerungsabkommen an deutsche Behörden weitergeleitet werden können.
Was ändert sich für deutsche Anleger?
Konkret: Wer Konten bei mehreren internationalen Börsen hat und bisher nicht alle Transaktionen vollständig deklariert hat, steht vor einer neuen Situation. Die Steuerbehörden erhalten ab 2026/2027 ein zunehmend vollständiges Bild aller Krypto-Aktivitäten – unabhängig davon, ob die Börse in Deutschland oder im Ausland sitzt.
- Handlungsbedarf: Transaktionen aller Börsen und Wallets zusammenführen und korrekt berechnen lassen
- Strafbefreiende Selbstanzeige: Wer bisher unvollständig erklärt hat, sollte rechtliche Beratung in Anspruch nehmen – eine Selbstanzeige ist nur vor Aufdeckung wirksam
- Dokumentation: Ein vollständiger Audit-Trail mit FIFO-Lot-Matching ist die beste Absicherung bei Rückfragen
Fazit: Was du jetzt tun solltest
- Alle Börsendaten und Wallet-Historien für 2025 und Vorjahre exportieren
- FIFO-Berechnung mit Lot-Level-Matching durchführen lassen
- Report auf Konsistenz mit erwarteten Börsenmeldungen prüfen
- Bei Unklarheiten oder Nachholbedarf: steuerlichen Berater einschalten
CoinTaxReporting konsolidiert alle Transaktionen, berechnet FIFO auf Lot-Ebene und erstellt einen revisionssicheren Report – der mit DAC8- und CARF-Meldedaten konsistent ist.
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