FTX Insolvenz und Steuern in Deutschland: Was du tun kannst
FTX ist 2022 kollabiert und hat Millionen von Anlegern Verluste beschert. Das ist das Offensichtliche. Was viele nicht wissen: Diese Verluste können steuerlich relevant sein. In Deutschland gibt es Möglichkeiten, den Schaden zumindest steuerlich abzufedern. Aber es gibt Bedingungen – und die sind nicht trivial.
Steuerliche Einordnung: § § 23 EStG und Totalverlust
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Jetzt berechnen →Krypto-Verluste fallen in Deutschland unter private Veräußerungsgeschäfte nach § § 23 EStG. Für einen steuerlich anerkannten Verlust muss aber eine Veräußerung stattgefunden haben – oder ein tatsächlicher Totalverlust nachweisbar sein.
Bei FTX war Kapital eingefroren, ein direkter Verkauf war nicht möglich. Das macht die steuerliche Lage komplex. Die Finanzverwaltung diskutiert, ob und wann ein Totalverlust steuerlich anerkannt werden kann. Tendenz: Der Verlust kann geltend gemacht werden, wenn der endgültige Ausfall nachgewiesen ist – also wenn das Insolvenzverfahren abgeschlossen ist oder eine offizielle Forderungsabschreibung vorliegt.
Wann kann der FTX-Verlust abgesetzt werden?
Es gibt verschiedene Ansätze, die Steuerberater diskutieren:
- Verkauf der Insolvenzforderung: Wenn du deine FTX-Forderung an Dritte verkaufst (es gibt Aufkäufer), entsteht ein steuerlich klarer Veräußerungsverlust.
- Nachweis des Totalverlusts: Wenn das Insolvenzgericht den endgültigen Ausfall bestätigt, kann ein Totalverlust geltend gemacht werden.
- Zeitpunkt der Wertlosigkeit: Manche Finanzämter akzeptieren den Zeitpunkt, ab dem die Coins faktisch wertlos waren (kein Zugang, kein Handelsvolumen).
Der Verlustvortrag: Verluste für die Zukunft nutzen
Verluste aus privaten Veräußerungsgeschäften können nach § § 23 EStG nur mit Gewinnen aus privaten Veräußerungsgeschäften verrechnet werden – nicht mit Arbeitseinkommen oder Kapitalerträgen. Nicht verrechnete Verluste werden vorgetragen und können in Folgejahren genutzt werden.
Wenn du also 2022 hohe FTX-Verluste hattest und in 2023 oder später Krypto-Gewinne machst, können die Verluste verrechnet werden. Das kann erhebliche Steuern sparen.
Dokumentation für das Finanzamt
Das Finanzamt wird Nachweise verlangen. Was du brauchst:
- Nachweis des ursprünglichen Kaufs (Datum, Menge, Preis)
- Screenshot oder Export des FTX-Kontostands zum Zeitpunkt des Einfrierens
- Offizielle Insolvenzunterlagen oder Mitteilungen des Insolvenzverwalters
- Nachweis, dass du keine Ausschüttung erhalten hast (oder wie hoch sie war)
Je vollständiger die Dokumentation, desto besser die Chancen auf steuerliche Anerkennung.
Steuerberater einschalten
Bei FTX-Verlusten ist ein Steuerberater mit Krypto-Erfahrung dringend empfohlen. Die Materie ist komplex, die Rechtslage entwickelt sich noch und falsch gemachte Verlustgeltendmachung kann Probleme verursachen. Die steuerliche Aufarbeitung lohnt sich – aber mach es richtig.
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